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Frau Rost macht Musik seit sie vierzehn ist, begann mit fünfzehn mit elektronischer Computermusik und spielte in verschiedenen Bands Gitarre und Bass. Mit der Anschaffung einer Maschine gibt es wieder eine neue Struktur in ihrer Musik. Ihren musikalischen Werdegang bis dahin erzählt sie im NTCR-Magazine! Interview.

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Wie hat alles bei dir angefangen mit dem Produzieren von Musik? Hast du vorher andere Musik gemacht und bist dann zur elektronischen Musik übergegangen oder war es für dich von Anfang an elektronisch?

Mit vierzehn habe ich angefangen Gitarre zu spielen. Ich habe mich schon immer für Musik interessiert. Als Kind hatte ich allerdings nie die Möglichkeit welche zu machen. Ich hab zwar als Kind ein wenig Klavier gespielt und wollte auch immer ein eigenes haben, aber das war unmöglich. Ein halbes Jahr nachdem ich Gitarre gelernt habe, habe ich dann meine erste Band gegründet und habe da auch Lieder geschrieben. Dann habe ich angefangen Bass zu spielen, weil alle immer nur Gitarre spielen wollten. Das habe ich bis fünfzehn durchgezogen. Durch einen Freund an der Schule bin ich dann zu Fruity Loops gekommen und ich dachte mir: Krass, so viele Möglichkeiten und Sounds, die man im Proberaum nicht hat. Also habe ich mit Fruity Loops angefangen Musik zu machen, am Anfang habe ich natürlich überhaupt nichts verstanden, zumal alles auf Englisch war- das hat dann circa ein Jahr gedauert, bis ich alles begriffen habe. Ich habe also meine ersten Lieder gemacht- von zwanzig Sekunden. Damit wollte ich auch nie raus an die Öffentlichkeit, das war eher Zufall, dass dann jemand gesagt hat: He, das klingt gar nicht so schlecht, stell das mal ins Internet. Dann habe ich lange Zeit nichts gemacht und vor einem Jahr habe ich mir die Maschine zugelegt und damit erst so richtig angefangen.

Das heißt, dass du arbeitest jetzt nicht mehr mit Fruity Loops und nur noch mit der Maschine?

Mit Fruity Loops arbeite ich nur noch ab und an, mir fehlen beispielsweise Plug- Ins im Programm. Wenn ich eigene Samples mache, nehme ich die mit einem Wave-Pad auf. Ich glaube, ich mache es mir da echt schwer. Ich lasse Tracks laufen, nehme das auf, schaue wo die einzelnen Parts hinpassen und schneide mir das dann zusammen. Meine Spuren in der Maschine bounce ich am Ende als gesamtes Lied auf die Festplatte. Sprich, ich sage der Maschine: hier das was ich gemacht habe, bitte als ein Lied zusammenfügen. Das ist ja bei jedem Musikproduktionsprogramm gleich. Du hast mehrere Spuren und am Ende speicherst du sie als fertigen Track.

Du produzierst sowohl gebrochenere Beatstrukturen als auch Vier-Viertel-Takt…

Ja, Techno ist das was mir am Besten gefällt. Dubstep habe ich auch ausprobiert, das fand ich auch nicht schlecht, aber ich möchte weiter in die Techno Richtung gehen, wie bei meinem letzten Track „Urlaub in Frankreich“. Ich tanze selber gerne zu Techno und das macht einfach Laune.

 

Woher nimmst du deine musikalischen Ideen? Hast du einen strukturierten Ablaufplan beim Musikmachen oder kommt das spontan?

Also ich selber höre gar keine Musik zu Hause. Mein Musikordner ist praktisch leer. Ich höre Musik nur auf Partys, wenn ich weg gehe. Meine musikalischen Ideen entstehen auch nur in meinem Kopf. Meistens produziere ich, wenn ich von Party komme und inspiriert bin. Ich kann mich nicht zu Hause hinsetzen, Musik hören und die dann auseinander nehmen, wie ich das auf Partys mache. Auf Partys merke ich gleich, wie die Musik auf mich wirkt, wenn ich zu Hause sitze, dann ist das zwar eine neutrale Umgebung, aber ich bin da zu sehr in meiner eigenen Welt.

Deine musikalischen Ideen in Tracks wie „Endless Nameless“, Mind Devotion“, „Pogo Pogo“ oder „Mindfuck“ sind von starken musikalischne Ideen durchzogen, wie ich finde. Wie sind beispielsweise diese Tracks entstanden?

Damals habe ich viel Paul Kalkbrenner gehört und wollte zu diesem Zeitpunkt Musik machen, die eben mehr in diese Richtung geht. Richtung Ambient, etwas ruhiger und verträumter. Bei dem Track „Dopaminwut“ zum Beispiel habe ich vier Melodien übereinander geschichtet, das ist einfach zu viel. Ich will reduzierter werden.

Zum Thema Mixing und Mastering hast du mal gesagt, dass du dir dahingehend mehr Austausch mit Leuten wünschst. Beschäftigst du dich selber damit und ist das etwas was du aktiver angehen willst?

Gutes Mastering ist eine hohe Kunst. Mit meiner ehemaligen Band habe ich mich darüber ausgetauscht, aber ich selber mache das nach Gefühl. Ich habe da vorher keine genaue Vorstellung, ich mach was für mich angenehm klingt.

Gibt es bei dir Ideen oder Wünsche hinsichtlich deiner Musik, was den Austausch mit anderen Musiker*innen angeht?

Ja auf jeden Fall, ich würde gerne Leute kennenlernen, die auch Musik machen oder welche auflegen. Die Mischung aus DJ und Produzent*in, finde ich ziemlich interessant. Also eine Person legt auf und die andere haut eigenes Geklingel oder irgendwelche Sounds mit rein. Das ist die Richtung, in die ich gerne möchte.

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 NTCR sagt Merci für das Interview

Hier geht’s zur Soundcloud-Seite von Frau Rost

      

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